Felix Urbat

Bücher & Medienempfehlungen

Bücher, Vorlesungen und Texte, die mich geprägt haben und die ich gerne weiterempfehle.


Henri J. M. Nouwen — Reaching Out

1975 · Spiritualität

Originaltitel: Reaching Out: The Three Movements of the Spiritual Life
Deutsch: Schöpferische Nähe / Aus der Tiefe des Herzens
Erstveröffentlichung: 1975

Was bedeutet es, ein geistliches Leben zu führen? Henri Nouwen beschreibt drei Bewegungen: von der Einsamkeit zur Stille, von der Feindseligkeit zur Gastfreundschaft, und von der Illusion zum Gebet.

Nouwen schreibt mit einer Ehrlichkeit, die entwaffnet. Er leugnet die inneren Kämpfe nicht, sondern zeigt, dass gerade das Verstehen unserer Zerrissenheit uns zu einem authentischen, betenden Leben führt — einem Leben, das offen ist für die Bedürfnisse anderer.

Ein Buch zum Lesen, Wiederlesen und Weitergeben.

„The more we understand and not simply deny our inner struggles, the more fully we will be able to embrace a prayerful and genuine life that is also open to others’ needs.”

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Katechismus der Katholischen Kirche

1992 · Theologie

Herausgeber: Papst Johannes Paul II.
Erstveröffentlichung: 1992 (lat. 1997)

Der Katechismus ist das Kompendium des katholischen Glaubens — systematisch, umfassend und überraschend lesbar. In vier Teilen (Glaubensbekenntnis, Sakramente, Leben in Christus, Gebet) entfaltet er, was die Kirche glaubt, feiert, lebt und betet.

Für mich ist der KKK nicht nur Nachschlagewerk, sondern eine Einladung, den Glauben intellektuell ernst zu nehmen. Wer sich die Mühe macht, ihn wirklich zu lesen, findet eine Tiefe und Kohärenz, die in der öffentlichen Wahrnehmung des Katholizismus oft untergeht.

„Der Glaube sucht das Verstehen: es gehört zum Wesen des Glaubens, daß der Glaubende den, an den er glaubt, besser kennenlernen und das von ihm Geoffenbarte besser verstehen möchte.” (KKK 158)

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Die Bibel

Heilige Schrift

Empfohlene Ausgabe: Einheitsübersetzung 2016

Das Buch der Bücher — und das aus gutem Grund. Die Bibel ist kein einzelnes Werk, sondern eine Bibliothek aus Erzählung, Poesie, Prophetie, Weisheit und Briefen, geschrieben über Jahrhunderte, und doch erstaunlich kohärent in dem, worauf sie hinweist.

Für mich ist die Bibel das Fundament, auf dem alles andere aufbaut. Nicht als starres Regelwerk, sondern als lebendiges Wort, das immer wieder neu spricht — in der Liturgie, im persönlichen Gebet, in der Begegnung mit den Psalmen und den Evangelien.

„Dein Wort ist meinem Fuß eine Leuchte, ein Licht für meine Pfade.” (Ps 119,105)

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Paul Tillich — The Courage to Be

1952 · Philosophie / Theologie

Originaltitel: The Courage to Be
Deutsch: Der Mut zum Sein
Erstveröffentlichung: 1952

Was bedeutet es, angesichts der Angst — vor dem Tod, vor der Sinnlosigkeit, vor der Schuld — trotzdem zu sein? Paul Tillich analysiert die Angst nicht als psychisches Problem, sondern als existentielle Grundstruktur des Menschseins. Und er zeigt, dass wahrer Mut nicht die Abwesenheit von Angst ist, sondern die Fähigkeit, das Sein trotz des Nicht-Seins zu bejahen.

Tillichs Schlüsselbegriff des absoluten Glaubens — ein Glaube, der auch den Zweifel an sich selbst aushält — hat mein Denken über Spiritualität nachhaltig verändert. Ein Buch an der Schnittstelle von Philosophie, Theologie und Psychologie.

„The courage to be is rooted in the God who appears when God has disappeared in the anxiety of doubt.”

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John Vervaeke — Awakening from the Meaning Crisis

2019 · Vorlesungsreihe / Kognitionswissenschaft

Format: Vorlesungsreihe (50 Episoden, YouTube)
University of Toronto · 2019

Warum fühlen sich so viele Menschen heute sinnentleert, obwohl sie materiell versorgt sind? Der Kognitionswissenschaftler John Vervaeke zeichnet in 50 Vorlesungen die Geschichte der Sinnkrise nach — von Sokrates über die Achsenzeit, das Christentum, die wissenschaftliche Revolution bis zur Gegenwart — und fragt: Wie können wir Weisheit in einer säkularen Welt zurückgewinnen?

Vervaeke verbindet Kognitionswissenschaft, Philosophie, Psychologie und kontemplative Traditionen zu einem einzigartigen Gesamtbild. Diese Reihe hat mein Verständnis von Spiritualität, Rationalität und dem Zusammenspiel beider grundlegend vertieft.

„The meaning crisis is not just a philosophical problem. It is a deeply personal, existential, and cultural crisis that is shaping the 21st century.”

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